Ständerat veranlasst Totalverbot gewalthaltiger Videospiele

Ständerat veranlasst Totalverbot gewalthaltiger Videospiele

In der Frühlingssession des Ständerates fiel heute Donnerstag ein wegweisender Entscheid: Die Motion Allemann, welche ein Totalverbot fordert, und die Motion Hochreutener, welche die gesetzliche Verankerung der PEGI-Norm verlangt, wurden angenommen, nachdem schon der Nationalrat die beiden Motionen gutgeheissen hatte. Die auch von GameRights unterstützte Motion Hochreutener wurde klar mit 27 zu 1 Stimmen angenommen, knapper war das Resultat bei der Motion Allemann mit 19 zu 12 Stimmen. Somit ist der Bundesrat verpflichtet, einen Gesetzesvorschlag gemäss den zwei Motionen auszuarbeiten. Wie dieser genau aussehen wird, ist noch offen. Grosse Einschnitte in die Medienfreiheit und die Kriminalisierung und Entmündigung harmloser Bürger sind zu befürchten.



Die Ratsmehrheit folgte dem Hauptargument des Wortführers Hermann Bürgi (SVP/TG), es gehe darum, ein Zeichen zu setzen, da solche Gewaltspiele nicht harmlos seien. Gerade Motion Allemann sei zwar nicht hundertprozentig umsetzbar, und man müsse hier nicht buchstabengetreu vorgehen, es gehe darum, Handlungsbedarf zu signalisieren. Verbotsgegnerin Anne Seydoux(CVP/JU) hingegen argumentierte, dass ein Verbot schlicht nicht durchsetzbar wäre, da über das Internet diese Spiele weiterhin bezogen werden könnten. Zudem gäbe es kein anderes europäisches Land, das ein derartiges Totalverbot kenne. Ausserdem würden durch dieses überrissene Verbot alle Gamer bestraft werden, nur weil einige wenige möglicherweise gewalttätig würden.

Bundesrätin Widmer-Schlumpf erwiderte darauf, dass es sich hier um Motionen handle, welche zum konkreten Handeln verpflichten würden, und nicht geeignet wären, um eine Stossrichtung vorzugeben oder eine Diskussion zu lancieren. Zudem sei der Jugendmedienschutz Sache der Kantone, eine Änderung dieses Sachverhalts wie zum Beispiel die Einrichtung einer nationalen Zertifizierungsstelle würde zuerst zusätzlich eine Verfassungsänderung bedingen. Erst wolle man abwarten, wie sich die Kantone im Bereich Jugendschutz verhielten, wenn dies nicht reiche würde man auch von Seiten des Bundes aktiv werden. Die kleine Kammer schenkte Bundesrätin Widmer-Schlumpf jedoch kein Gehör.

Wie geht es nun weiter? GameRights wird weiterhin an vorderster Front gegen ein Totalverbot kämpfen und in der Vernehmlassungsphase versuchen, auf den Bund Einfluss zu nehmen, den Gesetzesentwurf wohlüberlegt und auf Basis eines liberalen Medienverständnisses und der Eigenverantwortung des Bürgers aufzubauen. Wie beim Billiardspiel hat der Ständerat eine Stossrichtung vorgegeben, doch darf der Ball nicht über Ziel hinausrollen. Wir werden mit unseren Bündnispartnern dafür sorgen, dass dieses Gesetz mit Bedacht formuliert wird, sollte dies schlussendlich nicht der Fall sein, werden wir die diejenigen sein, die in ein paar Jahren ein Referendum gegen diese blinde Zensurpolitik zustande bringen werden. Die Erfolgsgeschichte von GameRights hat also gerade erst angefangen, und je mehr Leute mit uns gegen ein Verbot kämpfen, desto besser!

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0 #26 Rosthouse 2010-03-22 17:27
zitiere Ash:
Was genau heisst das jetzt für uns Erwachsenenspieler? Ist in drei Jahren schluss?
Und vorallem, was können wir denn jetzt noch tun? Ist der Zug schon abgefahren?

Mich nervt es einfach. Und wieder wird man als Erwachsener bevormundet.
Ich frage mich, wie konsequent dass den sein soll? Streng genommen müssten sämtliche Bücher und Comics, Filme und TV-Serien, in denen Gewalt dargestellet wird, auch verboten werden.

Und wo bitte schön bekomme ich ein Gamerighrts T-Shirt?

Ash


Noch ist überhaupt nichts vorbei, in zwei Jahren kommt diese Vorlage wieder vors Parlament, und falls sie dort die Sache immer noch gutheissen (was ich bezweifle) dann gibt es immer noch das Referendum.

Und GR-Shirts sind momentan nicht erhältlich, es wird aber daran gearbeitet, schau einfach ein wenig im Forum rum :D
 
 
0 #25 Ash 2010-03-22 15:45
Was genau heisst das jetzt für uns Erwachsenenspie ler? Ist in drei Jahren schluss?
Und vorallem, was können wir denn jetzt noch tun? Ist der Zug schon abgefahren?

Mich nervt es einfach. Und wieder wird man als Erwachsener bevormundet.
Ich frage mich, wie konsequent dass den sein soll? Streng genommen müssten sämtliche Bücher und Comics, Filme und TV-Serien, in denen Gewalt dargestellet wird, auch verboten werden.

Und wo bitte schön bekomme ich ein Gamerighrts T-Shirt?

Ash
 
 
+1 #24 HORNET_RIDER 2010-03-20 10:19
Ich kann diesen Entscheid des Parlaments nicht glauben!
Für eine schärfere Kontrolle der Altersfreigabe wäre ich dafür gewesen.
Mein neues Motto: Ilegal, scheissegal!
Ich werde trotzdem solche "Killergames" wie CoD etc spielen.
 
 
0 #23 chrigi89 2010-03-19 20:44
Die schweiz schneidt sich selber ins fleisch und macht ein total image schaden. Wenn sie unser geld nicht wollen selber schuld. So ein verbot bring gar nichts so wirds nur aktaktiver zum games aus dem ausland zu holen oder zu downloaden. Ich sag ihr die schwez schneidet sich ins eigene fleisch.

Ich begreiffe einfach nicht warum ein sloches verbot sinnvoll ist es wäre so einfach im laden sollen die leute nur gegen ID geben und zuhaus MÜSSEN halt die Eltern sagen was gespielt wird. Ein verbot bring gar nichts
arme schweiz
 
 
0 #22 Joel 2010-03-19 19:34
Ich kann das kaum lesen.. Die Ignoranz gewisser Menschen scheint tatsächlich grenzenlos...

Aber man kann auch Gutes darin sehen. Solche Entscheide motivieren uns noch mehr gegen solche Ungerechtigkeit en anzukämpfen!
 
 
0 #21 Rosthouse 2010-03-19 15:43
zitiere TheRiffer:
der widerstand im volk wird leider nicht gross genug sein, da sich kein normaler wähler mit diesem thema auskennt und dann gleich wie die alten svp politiker abstimmt. die kennen sich nicht aus, hören was von jugengewalt und verbot und dann ist ihre entscheidung schon gefallen, ohne sich auch nur einen funken zu informieren. dabei geht es bei der alleman-motion nicht um die jugend sondern um alle!
und genau das ist das hinterhältige daran!


I beg to differ! Die meisten jungen Wähler heute sind schlicht nicht interresiert in Politik weil sich die Texte und Resolutionen höchst verklausuliert hergeben.
In diesem Fall steckt aber eine sehr klare und einfache Sache dahinter: Man will uns unser Hobby wegnehmen.

Das bringt uns an die Urne, das bringt uns den Sieg.
 
 
0 #20 TheRiffer 2010-03-19 14:59
zitiere mikael:
ich denke der widerstand im volk wird gross genug sein um diese absolut bescheuerte abstimmung frühzeitig in die wüste zu schicken..

der widerstand im volk wird leider nicht gross genug sein, da sich kein normaler wähler mit diesem thema auskennt und dann gleich wie die alten svp politiker abstimmt. die kennen sich nicht aus, hören was von jugengewalt und verbot und dann ist ihre entscheidung schon gefallen, ohne sich auch nur einen funken zu informieren. dabei geht es bei der alleman-motion nicht um die jugend sondern um alle!
und genau das ist das hinterhältige daran!
 
 
0 #19 mcore 2010-03-19 12:02
was zu tun ist:

medien in die mangel nehmen!

als gralshüter der meinungfreiheit gemäss(art. 17: es gibt KEINE Zensur) habend sich die medien aus ihrer verantwortung gestohlen. blick und 20min haben viel zu neutral berichtet, führen sie doch selber jeweils ein grosses Game-Ressort wo sies genau auf die Gamerzielgruppe abgesehen haben (damit meine ich ganz klar über 18jährige die die Games auch wirklich kaufen).

die verläge kämpfen verweifelt um junge Leser; zeigt ihnen das wir mehr von ihnen erwarten als copy/paste berichterstattung.

deshalb: Schreibt Eure Meinungen an die Redaktionen, verlangt Stellungsnahmen , droht eure Abos zu kündigen, @Gamerrights: macht Interviews mit den Redaktoren, befragt sie über Ihre Meinung zu Zensur und Aufgaben des Staates, holt sie aus der Reserve.

kurz wir müssen zeigen das wir existieren und das wir WIRTSCHAFTLICH eine relevante Gruppierung sind.
 
 
+1 #18 JPKocher 2010-03-19 11:59
Ich habe jedenfalls vorsorglich der kantonalbernisc hes SP-Sektion (meiner und die von Evi Allemann) den Parteiaauschlus s von Allemann beantragt. Das ist zwar vielleicht nicht hundertprozenti g durchsetzbar, aber es geht darum, ein Zeichen zu setzen.
 
 
+1 #17 highway 2010-03-19 11:51
Muss ich jetzt damit rechnen, dass Enzian irgendwann meine Wohnung stürmt und mir meinen geliebten C64 wegnimmt? Unter vielen anderen liegt da ja auch noch Green Beret auf ner Diskette rum.
 

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