Gründung eines Vereins gegen "Killergames" in Bern

Gründung eines Vereins gegen "Killergames" in Bern

20 Minuten berichtete heute, dass in Bern am 28. April 2009 ein Verein gegen "mediale Gewalt" gegründet werden wird. Die Vereinsgründer haben offenbar nur auf ein Ereignis wie den Amoklauf im deutschen Winnenden gewartet, um gegen ihren Lieblingssündenbock mobil zu machen:

 

"Dieser Akt ist eine Reaktion auf den jüngsten Amoklauf an einer Schule im deutschen Winnenden. Der Täter soll sich mit einem Killerspiel auf das Morden vorbereitet haben."

 

Ob dies eine Behauptung der 20 Minuten Redaktion selbst, ein Resultat von Ermittlungen oder einfach nur eine Hetzparole der Vereinsleute ist, weiss man nicht. Offensichtlich ist aber, dass die Presse den einfachen Weg wählt und sich auf die Seite der Gamehasser schlägt, was mittlerweile ja absoluter Standard ist. In einem früheren Artikel schrieb 20 Minuten:

"Der Amokläufer von Winnenden soll am Abend vor der Tat noch während rund zwei Stunden das Killerspiel «Far Cry 2» gespielt haben. Dies habe die Untersuchung seines Computers ergeben."

Interessanterweise fanden die Ermittler noch weitere Inhalte auf seinem Rechner, welche im Gegensatz zu den Spielen wohl viel fragwürdiger ist:

"Der Amokläufer von Winnenden hatte nach Angaben der Ermittler eine grosse Zahl von Pornobildern auf seinem Computer. Darunter hätten sich auch sogenannte Bondagebilder befunden, die nackte gefesselte Frauen zeigten, [...]"

Vielleicht hat der Drang des Täters, Menschen in physisch nachteilhaften, unterworfenen Positionen zu sehen, ihn zu dieser schrecklichen Tat bewogen? Da es Pornographie aller Couleur jedoch schon viel länger als Computer- und Videospiele gibt und somit gesellschaftlich vollständig akzeptiert ist, bleiben solche Meldungen nur eine Randbemerkung...