Tim K.: Doch kein besessener Gamer?

Tim K.: Doch kein besessener Gamer?

http://www.gbase.chIn den letzten Tagen wurde vermehrt gemeldet, dass Tim K. vor seinem Amoklauf wochenlang "Far Cry 2" gespielt haben soll, auch am Abend vor der Tat. Im Paraportal, einem deutschen Forum welches sich hauptsächlich mit übersinnlichen und paranormalen Ereignissen und deren Analyse beschäftigt, veröffentlichte der User "Gamma" einen interessanten Post über den Amoklauf in Winnenden und den Täter.

So schreibt "Gamma":

"Die Bildzeitung veröffentlicht das Foto eines kleinen Jungen mit folgendem Text:
"Das Auge am Visier, den Finger am Abzug: Früh lernte Amokläufer Tim K. den Umgang mit Waffen. Das Foto zeigt ihn als Zehnjährigen beim Schießen mit einem Luftgewehr."
http://www.bildblog.de/6494/die-amok-op ... m-sonntag/
Kurz darauf bringt Bild eine Richtigstellung: Bei dem Kind auf dem Foto handelt es sich nicht um Tim K.!
(Im Vergleich zum ursprünglichen Artikel natürlich klitzeklein!)
Da wäre doch mal ein Gesetz angebracht, wonach die Richtigstellungen in Zeitungen zukünftig genau so gross sein müssen, wie die ursprüngliche Falschmeldung!"

Paraportal.de - Der Amoklauf und die Medien - http://www.paraportal.de/viewtopic.php?f=39&t=15850

DDas Beispiel zeigt wieder einmal ganz klar, wie fundiert und realistisch die Medien über Amokläufe im Allgemeinen berichten. Damit ist aber die Behauptung, dass Tim K. ein von "Killergames" besessener Gamer war, nicht widerlegt (bestätigt aber auch noch lange nicht...)

"Gamma" macht eine weitere Bemerkung:

"Weil man heutzutage das Wort "Amoklauf" nicht mehr in den Mund nehmen kann, ohne gleichzeitig auch eine Scheindebatte über die Gefährlichkeit von Computerspielen zu führen, wird es von den Journalisten so dargestellt, als ob Tim K. seine Freizeit nur noch am Computer und mit dem Spielen von Counterstrike verbracht hätte.
Dass er auch Mitglied in einem Armwrestling- und einem Tischtennisverein war und dabei auch beachtliche Erfolge erzielt hat, wird wohlweislich unter den Teppich gekehrt.
"

Paraportal.de - Der Amoklauf und die Medien - http://www.paraportal.de/viewtopic.php?f=39&t=1585

Natürlich werden solche Fakten nicht veröffentlicht, da sie von der vermeintlichen Schuld der Computergames an Tim K.'s Tat ablenken könnten. Wir sehen also: Die Medien versuchen bewusst, Computerspiele als Sündenbock zu definieren - so wählen sie den einfachen Weg, denn die Spiele werden schon seit Jahren für solche Taten verantwortlich gemacht und sind somit in den Köpfen der Leute bereits ein akzeptierter Sündenbock - Eine gedankliche Verbindung, die schon in den Köpfen des Volkes besteht, muss man nicht mehr mit mühsamer Arbeit aufbauen.

Die Firma VALVe, welche auch das umstrittene Counter-Strike entwickelte und herausgibt, betreibt ein eigenes Content Management System namens Steam. Dieses nutzen sie, um unter den Gamern eine Community aufzubauen; über Steam kann man auch Spiele kaufen und/oder z.B. Updates für diese herunterladen. Jede Person muss einen Steam Account besitzen, und in den Daten dieses Accounts wird geloggt, wann, wie oft und wie lange welches Spiel gespielt wurde.

"Stattdessen wird besonders hervorgehoben, wieviel Zeit Tim K. mit sogenannten "Killerspielen" verbracht hat.
Wieviel Zeit das tatsächlich war, lässt sich aber ganz leicht überprüfen, wenn man seinen Steamaccount kennt.
Auf einer, mir bekannten, Webseite wurde auf einen Account verwiesen, der mit grosser Wahrscheinlichkeit, der von Tim K. sein könnte.
Demnach hat er in den letzten zwei Wochen (ausgehend vom 14.3.) gerade mal 0,1 Stunden mit dem Spielen von Counterstrike verbracht. Die anderen zehn Spiele (allesamt Egoshooter) hatte er zwar installiert, aber entweder nie (Day of Defeat) oder zumindest in den zwei Wochen vor dem 14.3. nicht gespielt!
(Der Screenshot von der Steamseite stammt vom 14.3.09)

Ich möchte aber ausdrücklich davor warnen, dass das auch ein Fakeaccount sein könnte!
Deswegen habe ich die betreffende Seite bewusst nicht verlinkt!
"

Paraportal.de - Der Amoklauf und die Medien - http://www.paraportal.de/viewtopic.php?f=39&t=1585

Sollte diese Information stimmen, wird das den Vertretern der These "mediale Gewalt führt zu realer Gewalt" wohl ziemlich den Wind aus den Segeln nehmen ... solche Vermutungen werden wir aber in keiner grösseren Zeitung oder Sendung finden - wie schon gesagt, beisst sich sowas mit dem Sündenbockstatus der Games.

Des Weiteren wurde weit und breit gemeldet, dass Tim K. Gewalt darstellende Computerspiele besass. Jedoch konnte nicht nachgewiesen werden, dass er diese auch wirklich konsumierte oder halt einfach auf der Festplatte installiert hatte. Aber vermutlich soll schon das Anschauen der CD eines solchen Spiels Aggressionen beim Betrachter auslösen...

Abschliessend noch ein interessantes Zitat aus dem Beitrag von "Gamma":

"Ganz nebenbei erfährt man dann auch noch, dass der angebliche Schießstand im Keller des Elternhauses nie existiert hat und der angebliche "Kampfanzug" des Täters entpuppte sich letztendlich auch als Ente."

Paraportal.de - Der Amoklauf und die Medien - http://www.paraportal.de/viewtopic.php?f=39&t=1585