Architronic.ch stoppt Verkauf von "Gewaltspielen"

Architronic.ch stoppt Verkauf von "Gewaltspielen"

Architronic Logo. www.nextage.chArchitronic.ch, selbsternannter "Webshop der ersten Stunde", stellt per sofort den Verkauf von "Gewaltspielen", also Gewalt darstellenden Computerspielen ein.

Firmengründer Thomas Wicki schreibt im dazugehörigen Pressecommuniqué:

 

 

"Architronic macht nicht mehr mit. Deshalb verzichtet der Webshop der ersten Minute gänzlich auf den Verkauf von Gewaltspielen. Dies, weil Thomas Wicki sicher ist: 'Solche Spiele können keinem gesunden menschlichen und sozialen Bedürfnis entsprechen'".
Architronic Pressetext "Gegen Gewaltspiele", http://www.architronic.ch/doc/presse/Gegen_Gewaltspiele.pdf

 

Roland Näf hätte seine helle Freude, springt doch Wicki genau auf den pseudopsychologischen Kurs, den Näf vorgeschlagen hat.

Wicki bemängelt in seinem Text fehlende Aufklärung bei den Eltern und Missstände bei den Alterskontrollen in Game-Shops:

"[...], und er stellt fest, dass 'viele Eltern sich nicht bewusst sind, dass das Erbringen eines Altersnachweises nicht gefordert wird und dass ein Kind mit seinem Taschengeld ohne grosse Hindernisse auf Gewaltspiele Zugriff hat."

Architronic Pressetext "Gegen Gewaltspiele", http://www.architronic.ch/doc/presse/Gegen_Gewaltspiele.pdf

Dies ist klar ein Missstand. Alterskontrollen sollten gesamtschweizerisch mit Gesetzgewalt rigoros durchgeführt werden. Nur ist Thomas Wicki, als Geschäftsführer von Architronic, mit "über 10 Jahren Erfahrung und über 150'000 zufriedenen Kunden" und als Inhaber einer Firma, die sich als "Internet-Anbieter der ersten Stunde" versteht, scheinbar nicht mal in der Lage, seine Angestellten anzuweisen, Alterskontrollen korrekt durchzuführen. Nach einer ID fragen und das Geburtsdatum hochrechnen hätte wohl noch jeder Shop-Angestellte hingekriegt.

Aber allein der Fakt, dass im kurzen Text etwa zweimal vermerkt wird, dass Architronic DER Webshop der ersten Stunde oder sogar Minute sei, stellt klar, dass die Firma sich hier einfach nur in einem guten Licht darstellen will. Wicki schreibt zwar:

"[...] Das Thema ist medial ausgeschlachtet [...]"

Architronic Pressetext "Gegen Gewaltspiele", http://www.architronic.ch/doc/presse/Gegen_Gewaltspiele.pdf

Trotzdem nutzt er das "ausgeschlachtete Thema" noch so gerne, um seine Firma eigennützig in einem guten Licht darzustellen und somit auf dem Trend, Videospiele (und mit der oben zitierten Anmerkung zu menschlichen und sozialen Bedürfnissen auch die Gamer selbst) schlecht hinzustellen und für Amokläufe etc. verantwortlich zu machen. Schade, denn gerade von einem Webshop, also einem ebenfalls sehr jungen Medium, der ja scheinbar "seit der ersten Minute" dabei ist und somit alle Änderungen und Innovationen miterlebt und vermutlich auch mitgestaltet hat, hätte man etwas mehr Progressivität und Innovation erwartet.