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Näf: "Killerspiele sind Schuld am Fall München"
AVATAR Geschrieben von: Nikolai   
Dienstag, 07. Juli 2009 um 13:37 Uhr

altDie sinnlose Gewalt und die unfassbare Brutalität des Schlägertrios, das in München mehrere Menschen fast totprügelte, hält momentan die Schweiz in Atem. Die Medien sprechen von einem "Amoklauf ohne Waffen". Überall wird nach Erklärungen gesucht, wie so etwas überhaupt passieren konnte. Dabei kommen die meisten zum Schluss, dass die Gewalt durch etliche verschiedene Faktoren ausgelöst wurde: Alkohol und Tabakkonsum, angestaute Aggressionen, Geltungsdrang et cetera. Nicht wenige kommen zum Schluss, dass solch eine Gewalttat nicht allein mit diesen Faktoren erklärt werden kann.

Ganz anders Roland Näf, der diese schreckliche Tat für seine politischen Zwecke zu missbrauchen versucht. Er veröffentlichte vor kurzem einen Bericht auf der Webseite seines Vereins gegen mediale Gewalt (vgmg.ch), in dem er die Schuld an den Straftaten der Küsnachter Schäger vollumfänglich „Gewaltmedien“ zuschreibt:

Der offensichtliche Abbau der natürlichen Hemmung und der fehlende Respekt lassen sich mit dem Konsum medialer Gewalt erklären.

Diese Aussage ist symptomatisch für Näfs verzerrtes Bild von Killerspielen. Ohne es irgendwie belegen zu können, ja, gar ohne es zu versuchen, wirft Herr Näf einfach seine Vermutung in den Raum und stellt sie als Tatsache dar. Killerspiele führen zu Respektlosigkeit und Hemmungslosigkeit. Dass sich hier auf GameRights.ch und im Verein hunderte Gamer tummeln, bei denen Respekt und Anstand immer noch vorhanden sind und die auch ihre natürliche Tötungshemmung durch ein bisschen Knöpfedrücken wundersamerweise noch nicht verloren haben, wird schlicht ausgeblendet. Zudem macht sich Näf nicht einmal die Mühe, weitere Ursachen zu suchen, sein zuvor immer wieder genanntes Prinzip der Multikausalität hat er offenbar vergessen. Inkonsequenterweise werden die anderen drei der von ihm oft rezitierten amokfördernden Faktoren wie Waffenzugriff oder fehlende elterliche Aufsicht schlicht nicht erwähnt.

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 09. Juli 2009 um 13:38 Uhr
 
Standesinitiativen gegen "Killerspiele" - Weshalb noch mehr kommen wird
AVATAR Geschrieben von: This   
Mittwoch, 24. Juni 2009 um 09:54 Uhr

Kt. FreiburgLetzte Woche hat der Grosse Rat des Kantons Freiburg dessen Kantonsregierung dazu verpflichtet, sich mittels Standesinitiative auf Bundesebene für ein Verkaufsverbot von Gewalt darstellenden Computerspielen einzusetzen (diverse Medien berichteten). Die Motion wurde im Grossen Rat mit 76 zu 2 Stimmen deutlich gutgeheissen. Als nächster Schritt wird nun die Kantonsregierung den genauen Wortlaut der Standesinitiative erarbeiten und dem Grossen Rat vorlegen.

 Nachdem bereits der Kanton St. Gallen im Mai dieses Jahres und der Kanton Bern im April gleich lautende Forderungen auf Bundesebene eingereicht haben und der Nationalrat am 3. Juni 2009 im Rahmen der Verschärfungen des Strafrechts auf die Motionen Allemann und Hochreutener eingetreten ist, mag man sich Fragen, weshalb nun der Kanton Freiburg nachträglich auch noch auf diesen Zug aufspringt.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 24. Juni 2009 um 14:05 Uhr
 
PEGI wird Standard in UK - Bans trotzdem möglich
AVATAR Geschrieben von: Thomas   
Mittwoch, 17. Juni 2009 um 11:05 Uhr

Neue PEGI-Symbole. www.pegi.infoIm Vereinigten Königreich wird gemäss gamesindustry.biz das PEGI-System als Standard für Altersangaben eingeführt. Was GameRights und weitere Game-Communities in ähnliches Form für die Schweiz fordern, wird dort also effektiv umgesetzt: Die PEGI Ratings werden gesetzlich verankert und somit für alle Händler verbindlich. Ausserdem haben PEGI Änderungen der Klassifikationssymbole angekündigt; Neu werden die Altersangaben farblich hinterlegt, die Inhalte genauer angegeben und extreme Inhalte wie starke Gewaltdarstellung oder Ähnliches eigens deklariert. Des Weiteren wird ein "PEGI OK" Label eingeführt, welches für kleinere Casual- und Online-Spiele angewendet werden kann. Ein Spiel mit dem "PEGI OK"-Label hat nach strenger Prüfung keinerlei Inhalte, welche zu einem Rating wie 3+ oder höher führen würden. Dies ist ein massiver Schritt in Richtung sinnvollen Einsatzes des bereits seit längerem bestehenden und etablierten PEGI-Systems, und auch das Argument der Verbotsbefürworter, dass die PEGI-Symbole unübersichtlich und leicht übersehbar seien, sollte nun kein Gewicht mehr haben:

"The Video Standards Council will oversee the system independent of the games industry, and will implement the PEGI system for all titles released in the region.

"Protecting children and giving parents a clear and robust new system has always been our starting point. The new system of classification follows the essential criteria set out by Professor Tanya Byron, who recommended a trustworthy, uniform and clear set of symbols that is flexible and future proof," commented Creative Industries Minister Siôn Simon."

gamesindustry.biz: PEGI becomes UK standard for game ratings. http://www.gamesindustry.biz/articles/pegi-becomes-uk-standard-for-game-ratings

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 17. Juni 2009 um 19:38 Uhr
 
Undifferenzieter Journalismus in der "Schweizer Familie"
AVATAR Geschrieben von: This   
Dienstag, 09. Juni 2009 um 18:42 Uhr

altIn einer Ihrer letzten Ausgaben berichtete das Magazin „Schweizer Familie“ über das Thema Gewaltspiele. Was wie ein harmloser Artikel aussieht, ist aber in Wahrheit der Text eines Autors, der hinlänglich als Spielegegner bekannt ist: Manfred Spitzer. Leider gibt die Schweizer Familie seine Meinung unreflektiert weiter, was das Bild der gewalthaltigen Videospiele in den Augen vieler noch verschlechtern dürfte.

Es liegt auf der Hand, dass eine Schweizer Publikation, bei welcher die Familie Programm ist, sich kritisch mit dem Thema Gewalt in Videospielen auseinandersetzen wird. Was zunächst als alter Zopf erscheint - das wissen wir doch alles schon - muss vor dem Hintergrund verstanden werden, dass das Zielpublikum dieser Publikation nicht der mediengewandte junge Erwachsene ist, sondern Eltern, deren höchstes Gut ein intaktes harmonisches Familienleben darstellt. Somit erstaunt es auch wenig, dass der betreffende Artikel sich gar nicht erst die Mühe nimmt, die Thematik von Gewalt in Videospielen differenziert zu betrachten.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 09. Juni 2009 um 20:15 Uhr
 
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