Die schwarze Liste der "Sonntag"

  • Anti-Neger-Test
  • Anti-Türken-Test
  • Ariertest
  • Commandos behind enemy lines
  • Condemned/ Condemned 2
  • Dead Rising
  • Die Hitler Show
  • Hitler Diktator
  • Manhunt (PS2)
  • Mortal Kombat 1-3
  • Mortyr: 2093-1944
  • Scarface - The World is Yours
  • Soldier of Fortune: Payback
  • Wolfenstein 3D

 

Die meisten Spiele aus dieser Liste sind zudem uralt und technisch primitiv, und einige Spiele wurden wohl überhaupt nicht wegen Gewalttätigkeiten sondern wegen rechtsradikalem Inhalt indiziert. Mit Allemanns Definition haben diese Spiele wenig zu tun. Gerade Spiele wie „Anti-Neger-Test“ sind lediglich rassistische Quizspiele, die der Spieler „richtig“ beantwortet muss um Punkte zum bekommen. Dies sind also keine nicht Gewaltspiele, sondern Nazipropaganda der übelsten Sorte aus den 80er Jahren, von der sich GameRights klar distanziert, denn solche Spiele sollten auch unserer Ansicht nach verboten werden. Schlussendlich hat die Liste auch überhaupt nichts mit der Forderung der Schweizer Spielegegner zu tun.

Wir erfahren dank dem Artikel auch, wie sich Allemann ein Verbot vorstellt:

Es sei «verheerend», wenn vorsätzliche Tötung in Games belohnt werde, sagt Nationalrätin Allemann. Daher sollen nur noch jene Spiele zugelassen sein, die grausame Gewalt oder Vergewaltigungen mit Punkteabzug sanktionieren. Allemann: «Ansonsten wäre das Spiel künftig verboten.»

Diesen Killergames droht ein Verbot - "Sonntag" - 7.6.09

Allemann will also alle Spiele verbieten, die „vorsätzliche Tötung“ nicht mit Punktabzug bestrafen. Das wäre schätzungsweise die Hälfte aller Videospiele, inklusive Mario, bei dem man menschenähnliche Schildkröten vorsätzlich tötet und dadurch Münzgeld erhält. Die Lächerlichkeit dieser Forderung wird nur durch ihre Realitätsfremdheit übertroffen.

Sollte je ein Spiel auf den Schweizer Markt kommen, bei dem es möglich ist, virtuelle Spielfiguren zu vergewaltigen, müsste dieses Spiel ebenfalls Punkte für diese Handlung abziehen.

Diese Forderung zeigt, wie Allemann uns Gamer sieht: Als Menschen, die ihre moralischen Prinzipien an einem Punktestand eines Videospiels festmachen. Gibt es Punkte, war das eine gute Handlung, gab es Punkteabzug, war es eine schlechte Handlung. Diese Sichtweise ist ungeheuerlich und sehr verletzend, denn hier werden wir Gamer wieder als abgestumpfte, primitive Wesen abgestempelt, die ihre Moral aus einem Videospiel statt aus der realen Welt beziehen. Frau Allemann sollte klar werden, dass volljährige Menschen komplexer funktionieren als in ihren gewöhnungsbedürftigen Vorstellungen.

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