Game-Verbot: SP und Grüne immer noch dafür

  • Thomas
  • 05. Dezember 2012
  • Politik
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Abstimmung vom 3. Dezember, Quelle: www.politnetz.chLange schien es, als ob gerade die Sozialdemokratische Partei (SP), welche Weltoffenheit und Toleranz proklamiert, ein Hort von Videospielgegnern sei. Roland Näf, SP-Politiker aus Bern, schien einen grossen Teil seiner Parteigenossen auf die Schiene der Schreckgeschichten über Games gebracht zu haben. Doch dann sprach sich die SP, nachdem sie von GameRights und JUSO auf eine Entscheidung gedrängt worden war, an ihrem Parteitag offiziell gegen ein Verbot von Videospielen aus. Auch in weiteren Gesprächen mit der Taskforce Politik (TP) von GameRights zeigte sich die SP kooperativ und lehnte ein Verbot ab.

Nach der diesjährigen Wintersession jedoch wurde klar, dass die Thematik eines Verbots noch lange nicht vom Tisch ist. Die Motion "Verbot von Kriegsspielzeug", welche auch Videospielverbote analog der bereits eingereichten Motionen Allemann und Hochreutener vorsah, wurde im Parlament zwar abgelehnt; die Abstimmungsresultate zeigen jedoch erschreckende Tendenzen: Während die CVP/EVP-Fraktion zu 91% und die GLP-, FDP-, BDP- und SVP-Fraktionen jeweils gar zu 100% nein sagten, waren die SP- und Grüne-Fraktionen mit 98% respektive 70% klar dafür. Es scheint, dass die Schweizerische Linke immer noch zu einem grossen Teil einen Groll gegen Ego-Shooter und dergleichen hegt und sie abschaffen will - lediglich Cédric Wermuth stimmte "Nein" zur Verbotsinitiative. Die Resultate können auf www.politnetz.ch im Detail eingesehen werden.

Gamerinnen und Gamer in der Schweiz sollten sich also gut überlegen, ob sie an der nächsten Nationalratswahl noch SP- oder Grüne-Vertreter wählen sollen. Die beiden Parteien scheinen, im Falle der SP sogar trotz gegenteiliger Beteuerungen, noch immer an einem Verbot von gewalthaltigen Videogames festzuhalten. Wir bleiben dran.

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