Studie zeigt: Videospiele machen nicht aggressiv

Studie zeigt: Videospiele machen nicht aggressiv

Psychologin Dr. Julia Kneer (www.uni-koeln.de)Ein Hauptargument der Verbotsbefürworter wie Roland Näf ist, dass kurzzeitiges Spielen zwar keine nennenswerten Einfluss auf den Spieler hat, jedoch studenlanges, regelmässiges Spielen zur Steigerung der Agressionsbereitschaft fährt. Zudem werden diese Spiele als grausame Tötungstrainigssoftware beschrieben, die Jugendliche in potenzielle Gewalttäter verwandelt. Dem widersprechen die Ergebnisse einer Studie der Psychologin Julia Kneer von der Universität Köln:

"Kneer untersuchte in einem eigens konzipierten Experiment die Wahrnehmung eines Gewaltspiels durch Jugendliche, die in ihrer Freizeit regelmässig spielen und solchen, die es noch nie getan haben. "Wir haben herausgefunden, dass die Dauer des Spielens keine Auswirkung auf die Aggressionsbereitschaft hat." Junge Erwachsene, die gern und oft Zeit mit Spielen wie "Counterstrike" oder "Unreal Tournament" verbringen, würden damit nicht Gewalt verbinden, sondern eher die Freude am Spielen, den Zeitvertreib."

Quelle: Kein Nachweis für mehr Gewalt durch "Killerspiele" - onlinekosten.de

Zwar könnte durch Computerspiele Aggressionspotenzial hervorgerufen weden, doch es spielten vor allem Faktoren wie das soziale Umfeld, die Persönlichkeitsstruktur, Isolation und Frustration eine Rolle. Zudem werden laut der Studie schon vor dem Spielen Aggressionen wach:

Die Studie zeige aber auch, dass mit den Gewaltspielen Aggressionen assoziiert werden. Eine der Gruppen im Experiment hatte noch nie zuvor ein solches Spiel gespielt, wurde aber vor dem Start der Untersuchung darüber informiert, dass dies Bestandteil sein werde. Diese Gruppe zeigte nach dem Experiment eine erhöhte Reaktion auf aggressive Reize. "Wir führen das auf die negative mediale Beeinflussung zurück", erklärte die Psychologin. Die Versuchspersonen hatten schon vor dem Spielen Aggressionen aufgebaut, da sie das mit den Spielen verbinden.

Quelle: Kein Nachweis für mehr Gewalt durch "Killerspiele" - onlinekosten.de

Diese Ergebnisse bestätigen vor allem eines: Das Bild, dass von den sogennanten Killerspielen durch Gamegegner in den Medien verbreitet wird, vermittelt nicht nur ein völlig falsches Bild von den Spielen und den Leuten, die solche Spiele spielen, sondern jagt den Jugendlichen durch einseitige Berichterstattung auch noch Angst vor diesen Spielen ein. Kein Wunder also, dass diese bereits vor dem Spielen Aggressionspotential zeigen.