Roland Näf vergleicht Gewaltspiele mit Kinderpornos

Roland Näf vergleicht Gewaltspiele mit Kinderpornos

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Als Spieler gewalthaltiger Videospiele ist man sich ja so einiges gewöhnt. Besondersder deutsche CDU-Politiker Joachim Herrmann liebt es, sogenannte Killerspiele auf eine Stufe mit Kinderpornografie und Nazipropaganda zu stellen. Diesem Vorbild folgt jetzt auch Roland Näf. In einem sehr lesenswerten Streitgespräch in der Solothurner Zeitung mit Parteikollege Cédric Wermuth, der sich bekanntermassen gegen ein Verbot stellt, konnte man folgendes Statement lesen:

Wir sind uns alle absolut einig, dass es keine Kinderpornografie geben darf und dass man nicht betrunken Autofahren darf. Warum? Weil diese Dinge Drittpersonen schaden. Das ist auch bei Killerspielen so.

Quelle: Solothurner Zeitung vom 28.4.09

Diese Aussagen lassen jedem Videospieler das Blut in den Adern gefrieren. Nicht nur vergleicht Herr Näf harmlose junge Menschen, die nichts anderes tun als ihrem Hobby nachzugehen, mit verantwortungslosen betrunkenen Rasern die direkt Menschenleben gefährden, er holt gleich den verbalen Zweihänder hervor und setzt zehntausende Gamer in der Schweiz mit schwerkriminellen Pädophilen gleich. Dies ist ein massiver Angriff gegen alle, die gerne Videospiele spielen, und ein weiterer Versuch, Gamer als herzlose Killer und potentzielle Amokläufer oder Gewaltäter darzustellen. An einer sachlichen Debatte ist er offenbar nicht interessiert.

Sein Argument, man schade mit allen drei Dingen Drittpersonen ist nicht nur völlig unverhältnismässig, es ist dazu auch noch in keinster Weise belegt.

- Produzenten von Kinderpornographie zerstören zweifelsfrei  jedes Jahr das Leben tausender kleiner Kinder. 

- Betrunkene Autofahrer gefährden oder beenden zweifelsfrei jedes Jahr das Leben taudender unbeteiligter Verkehrsteilnehmer.

Killerspieler jetzt als Menschen zu bezeichnen, die ebenfalls jedes Jahr das Leben tausender Mitmeschen zerstören, ist einfach nur falsch und dazu noch verabscheuungswürdig. Nur weil ein Amoklauf ebenfalls Menschenleben fordert, kann man dies nicht vergleichen. Amokläufe fordern jährlich weit weniger Menschenleben als Autounfälle oder Kinderpornografie, und anders als die zweifelsfreie Schuld der betrunkenen Fahrer und Kinderpornos an den jeweiligen Gewalttaten, ist die Schuld der Videospiele an den Amokläufen in keinster Weise belegt. Nahezu alle Studien schliessen Killerspiele als alleinige Ursache der Amokläufe aus, teilweise wird behauptet, es sei nur ein Faktor unter vielen, teilweise wird jeglicher Zusammenhanfg widerlegt. Unschuldige Gamer mit Schwerkriminellen gleichzusetzten ist also durch und durch flasch und verwerflich.

Offenbar kann es Näf nicht lassen, sich und seine gesamte Partei bei zehtausenden Gamern und zugleich zehntausenden potenziellen Wählern unbeliebt zu machen.