Meinungen

Erfahrungsbericht: Die LAN-Party für Lehrer und Eltern

Donnerstag, kurz vor 7:30 Uhr am Bahnhof in Fribourg. Es ist dunkel, es ist kalt und ich bin schon etwas nervös. Ich weiss zwar in etwa, was auf mich und die restlichen fünf GameRights-Mitglieder wartet, wie aber die Theorie in der Praxis aussieht und ob sich am ersten nationalen Medienkompetenztag alles an die Pläne hält, das bleibt abzuwarten. Ein Erfahrungsbericht.

Nun ist er also da, der Medienkompetenztag. GameRights wurde schon vor Wochen angefragt, ob wir bei der Betreuung der LAN helfen würden. Den Besuchern die Games näherbringen, Fragen beantworten und Hilfestellungen bieten, wenn sie sich im Spiel etwas verirren. Für uns war klar: Da müssen wir unbedingt hin. Tja, und nun sind wir da.

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Der Zwang an der Masse

Man stelle sich vor: Jeder darf in deine Wohnung eintreten, deine Sachen durchwühlen, deinen Kühlschrank leerräumen, deine Sammlung an Medien katalogisieren und am Ende ein psychologisches Profil von dir erstellen und an deine Haustür sowie deinen Briefkasten kleben und in der morgigen Tageszeitung veröffentlichen.
Was hat das mit GameRights zu tun? Mit Games? Mit der Realität? Es mag schon beinahe ein Wink mit dem Zaunpfahl sein, dass am 27. Oktober 2011 der nationale Tag der Medienkompetenz in Fribourg stattfand. Ausgerechnet am Release-Tag von Battlefield 3 und dem Zwang zur Online-Plattform Origin von Electronic Arts.

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Digitale Kluft: Unverständnis aufgrund von Unverstand

Gegenwärtig wachsen junge Leuten in einer Welt auf, in der Videospiele weit verbreitet sind. Ist die ganze Debatte um ein Verbot von gewalthaltigen Videospielen nur ein Generationenproblem? Muss dem Medium Videospiel einfach sein mittlerweile verdienten Platz im Alltag der Familien zugestanden werden oder ist es immer noch eine Randerscheinung? Wenn man neueren Studien glaubt, ist das Erstere der Fall. Ein Problem bleibt jedoch bestehen und zwar, dass es durchaus Videospiele gibt, die nicht für Kinder oder Jugendliche gedacht sind. Deswegen jedoch ein Totalverbot von gewalthaltigen Videospielen zu fordern zeugt von einer Unwilligkeit, sich mit dem Medium „Videospiel“ auseinanderzusetzen.

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RTL und die Spitze des Eisbergs

Mittlerweile wird es praktisch jeder Gamer wissen: RTL hat über die GamesCom 2011 einen herablassenden und entwürdigenden Bericht gesendet, was die Wut der Community auf sich und eine Welle von Beschwerden mit sich gezogen hat. Der Sender liess sich zu einer 15-sekündigen Entschuldigung hinreissen, der deutsche Medienrat befand den Inhalt nicht als problematisch.

Auch auf 20 Minuten Online wurde über das Thema berichtet, und der dazugehörige Artikel erhielt in kürzester Zeit über 200 Kommentare von erbosten Gamern. Alle schrien, dass RTL es sich nun verspielt hätte, und wie toll es sei, dass die Gamer zusammenhalten, wenn etwas passiert. Drastische Aktionen wurden gegen RTL verlangt.

Aktionismus, wie ich behaupte.

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Zu Rassismus und Schuldzuweisungen

 

Nachdem ich gelesen habe, dass der Experte Christopher Ferguson darauf hingewiesen hat, dass gewalttätige Videospiele als Ursache für eine Massentötung vor allem bei Weissen herangezogen werden, habe ich eine Weile darüber nachgedacht. Dieses Argument ist äusserst heikel, weil es aufdeckt, wie tief sitzende Stereotype unsere Wahrnehmung der Umwelt beeinflussen und wie unfair und irrational das eigentlich ist. Bei Anders Behring Breivik handelt es sich nun mal um einen christlichen Weissen. Hätte man überhaupt angefangen, Videospiele im Zusammenhang mit den Taten zu diskutieren, wenn die Attentate von einem Muslim ausgeübt worden wäre? Wohl kaum. Zu offensichtlich wäre ja dann die ideelle Motivation gewesen, oder nicht?

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Electronic Entertainment Expo, alle Jahre wieder

Ich bin Gamer. Hardcoregamer. Und für mich gibt es drei Festtage im Jahr: Meinen Geburtstag, Weihnachten und die E3. Mit entsprechendem Enthusiasmus eines Kleinkindes blicke ich dann auch jedes Jahr der Veranstaltung im fernen L.A. entgegen und freue mich darauf neue Spiele oder Konsolen vorgestellt zu bekommen, mich für selbige ad absurdum hypen zu lassen und zu träumen, wie cool es wäre selber mal dorthin zu reisen und an den verschiedenen Events teilzunehmen.

Bis dem aber mal so ist, muss ich mich mit den Internetstreams begnügen. Dieses Jahr klinkte ich mich bei Gametrailers.com und deren E3 All Access ein und kann das jeden für nächstes Jahr wärmsten empfehlen. Aus folgenden Gründen:

  • Alle Konferenzen an einem Ort
  • Diskussionsrunden vor und nach den jeweiligen Konferenzen der ‚Big Three‘
  • Interviews und erweiterte Demos zwischen den Konferenzen
  • Justine Ezarik

Muss euch aber gleich vorwarnen: E3 All Access läuft ununterbrochen von 9 am bis 7 pm Ortszeit. Also 18 Uhr bis 5 Uhr und wenn man so ein leidenschaftlicher Gamer ist wie ich, kann es auch gut sein, dass man die Sony Pressekonferenz live schaut und dann um vier Uhr morgens erst schlafen geht. Zum Glück hab ich jeden Dienstag am Morgen frei.

So ja, ich hab alle grossen Pressekonferenzen live geschaut sowie Unmengen an Interviews und Playthrougs und hab mir ein recht gutes Bild der E3 machen können. Selbiges möchte ich jetzt gerne mit euch teilen.

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