Experte: Schuldzuweisungen an Videospiele im Fall Breivik sind rassistisch

Experte: Schuldzuweisungen an Videospiele sind rassistischEin bekannter Videospiel-Experte äusserte sich in einem Blogartikel auf der Homepage der Zeitschrift Forbes vom 28. Juli mit einer brisanten Aussage zu den Attentaten in Norwegen. Dr. Christopher Ferguson forscht an der Texas A&M International University und hat zahlreiche Studien über positive und negative Effekte des Spielens von Videospielen veröffentlicht, unter anderem die oft zitierte Studie Violent Video Games and  Aggression aus dem Jahre 2008.

 

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Ferguson weist darauf hin, dass Videospiele als Sündenbock in Attentaten und Amokläufen fast nur dann herangezogen werden, wenn der Täter ein Weisser ist. Ferguson bezieht sich auf die Situation in den USA, wo eine Schiesserei in einer städtischen Schule, welche von Minoritäten besucht wird, weder gross in den Medien Aufmerksamkeit erhalte, noch mit dem Spielen von gewalttätigen Videospielen in Verbindung gebracht werde. Aber sobald es sich um eine Vorstadt-Schule mit vorwiegend weissen Schülern handle, werde sofort auf gewalttätige Videospiele als Ursache verwiesen, anstatt auf die psychischen Probleme der Täter einzugehen.

 

Erschüttert schauen die Menschen nach Norwegen. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen und Freunden der Opfer und wir möchten an dieser Stelle unser Beileid aussprechen. Immer kommen die gleichen Fragen auf: Wie konnte ein junger Mann eine solche Tat verüben? Wir massen uns nicht an, an dieser Stelle Antworten auf diese Fragen zu geben und ausserdem wird dies durch andere Medien bereits zur Genüge versucht. Auf was wir hier eingehen wollen ist die Spekulation über eine mögliche Verbindung der verübten Taten mit dem Spielen des Ego-Shooters Call of Duty: Modern Warfare 2.

Wie viele von Ihnen packen gerade Strandsachen und Sonnencreme ein, um in die Sommerferien zu fahren? Nächstes Jahr würde sich im Sommerurlaub ein Abstecher in die USA lohnen, genauer gesagt nach Washington D.C. Da wird es nämlich erstmals in diesem Umfang eine Ausstellung zu Kunst in Videospielen geben. Das renommierte Smithsonian American Art Museum wird nächstes Jahr vom 16. März bis 30. September die Ausstellung „The Art of Video Games“ einem breiten Publikum präsentieren.

Die Entstehungsgeschichte von Videospielen wird ebenso ausgestellt wie Interviews mit Videospiel-Entwicklern und Art Designern. Auch grosse Drucke von Screenshots wird es zu bestaunen geben. Welche Spiele ausgestellt werden sollen, wurde durch eine Online-Abstimmung bestimmt, die dieses Frühjahr durchgeführt wurde. Die Liste mit den 80 ausgewählten Videospielen ist hier einsehbar.

Letzte Woche wurde auf der Website von BBC England in einem Artikel zum Thema "Rückgang von Kriminalitätsraten in den USA" die These vertreten, dass das Spielen von Videospielen die jungen Leute zu Hause hält und somit direkt dazu beiträgt, dass diese sich nicht draussen in Banden zusammenfinden und Gewalttaten verüben. Diese Aussage basiert auf einer neuen Studie von Cunningham, Engelstätter und Ward der Universität von Texas und dem Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung. Diese Studie kommt zum Schluss, dass im gesamten Betrachtet gewalthaltige Videospiele zu einem Rückgang der Kriminalitätsraten in den USA führen.

Am Montag den 9. Mai wurde GameRights von der 20minuten Online Redaktion um ein Statement bezüglich dem Computerspiel Dukem Nukem gebeten. Konkreter wurde unsere Meinung zum „Capture the Babe“-Modus im Multiplayer sowie zur übermässigen Gewalt und den derben Sprüchen. Auch die prekären Äusserungen Herrn Näfs waren Teil unserer Antwort.

Der Artikel zum Spiel wurde heute am 12. Mai auf der Website von 20minuten Online aufgeschaltet.

Dort wird nur die stark verkürzte Haltung GameRights wiedergespiegelt. Daher veröffentlichen wir folgend die vollständige und ungekürzte Stellungnahme der Vereinigung GameRights, wo wir sowohl auf die Vorwürfe von Herrn Näf und die Vergewaltigung als Staire, als auch auf den Fakt, dass Duke ab 18 freigegeben ist, eingehen.

 

Geschmacklose, unhaltbare Schuldzuweisungen von Politik und Medien ist man sich als Gamer ja gewohnt — sei es nun ein Amoklauf oder die Jugendgewaltdiskussion: Gewaltdarstellungen beinhaltende Videospiele sind schnell als Sündenbock identifiziert. Der Artikel, den Redakteur Amir Mustedanagic heute fabrizierte ist entweder vor Ignoranz strotzender Boulevardjournalismus, frei nach dem Motto „Wenn es nichts kostet muss es auch nicht gut sein“, oder absichtliche Hetze gegen zehntausende  Gamer in der Schweiz. GameRights verurteilt die pietätlose Sensationsgeilheit der 20 Minuten-Redaktion welche auf dem Buckel der Opfer des schrecklichen Terroranschlags vom 24. Januar 2011 und der Gamergemeinde offenbar besonders dramatische Schlagzeilen produziert um Werbeeinahmen zu generieren und sich um Qualität, Ausgewogenheit und journalistisches Niveau nicht zu kümmern scheint.

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